Von der perfekten zur entspannten Mama

Um 06:30 Uhr klingelt der Wecker und die ganze Nachteulenfamilie muss geweckt und aus dem Federn gezerrt werden. Das Schulkind hat pünktlich in der Schule zu sein, der Bruder, das kleine Murmeltier, im Kindergarten. All das Durchzutakten ist schon die erste Challenge des Tages. Wenn dann alle verteilt sind geht’s weiter zu allen Aufgaben, die anstehen und danach geht die ganze Tour wieder rückwärts, gefolgt vom Abendessen und dem Zubettbringen, der abends niemals müden Kids. So geht es jeden Wochentag wieder von vorne los, wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Der Film ist zwar schon etwas älter, aber ich liebe ihn immer noch sehr. Der brillante Bill Murray spielt darin einen Menschen, der immer wieder den gleichen Tag erleben muss. Auf amüsante Weise legt er sich allerhand neue Fähigkeiten zu und erzieht sich dabei selbst zu einem besseren Menschen. Den Film sollte man gesehen haben, aber erleben möchte ich das nicht!

EIN BISSCHEN SPASS MUSS SEIN

Damit wir selbst nicht immer im gleichen Film und im Alltagstrott gefangen bleiben, darf der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen. Gerade wir Mütter wollen manchmal alles so perfekt machen und ja nicht die Kontrolle verlieren, so dass wir am Ende vergessen, Spaß zu haben. So einige Jahre habe ich meine Kinder wie eine strenge Gouvernante durch die Gegend gescheucht und festgestellt, dass weder sie, noch ich dabei Spaß hatten. Irgendwann habe ich den Spieß einfach mal umgedreht: Ab und zu mal die Rollen tauschen und die andere Perspektive einzunehmen, kann gar nicht schaden. Die Kinder sollen dann versuchen, mich zu kleineren Aufgaben zu bringen und ich weigere mich einfach. Diese Spiele sind immer ziemlich lustig und am Ende haben alle etwas gelernt. Seitdem ich die Kids mehr ins Boot hole und nicht mehr die Last der Verantwortung alleine trage, ist überhaupt vieles leichter und entspannter geworden. Wer sich nicht beeilt kommt eben zu spät. 

VOM PERFEKTIONISMUS ZU MEHR LAISSER-FAIRE

Klar, wollen wir alle, dass der Alltag nicht irgendwie klappt, sondern haben dabei hohe Ansprüche: Der Kuchen für den Kindergeburtstag muss selbst gebacken und die Deko (Piraten, Eiskönigin, Star Wars...) ausgefallen sein. Wir wollen die Familie gesund ernähren, topfit aussehen und das Zuhause soll sauber und gemütlich sein. Natürlich wollen wir gute Mamas sein und fit im Job oder eigenem Business. Wie aber sollen wir dabei nicht am Ende, erschlagen von den eigenen Ansprüchen am Boden liegen? Wenn wir diesem Hamsterrad entkommen wollen, sind Spaß und ein gewisses Maß an Laisser-Faire schonmal ein guter Anfang. Wenn wir unsere Ansprüche ab und zu runterschrauben und Kompromisse eingehen, wird unser Leben bereits viel entspannter.

I am enough.

Oft fragen wir uns, weshalb es andere Mamas, die sogar noch mehr Kinder haben, mit Leichtigkeit hinkriegen und dabei immer entspannt wirken, während wir gar nicht wissen, wie wir alle Bälle auf einmal in der Luft halten sollen... Das Wichtigste ist, dass wir aufhören, uns mit anderen zu vergleichen. Wir könnten so viel voneinander lernen, wenn wir aufhörten uns selbst zu bemitleiden und mit einem schlechten Gewissen herumzulaufen, da wir glauben alles falsch zu machen. Wir müssen es niemandem, außer uns selbst recht machen. Mein Mantra Nummer eins ist:  „I am enough“ - "Ich bin genug".

Glücksmomente statt Überforderung

Ich bin überzeugt davon, dass unser eigenes Glück ausschlaggebend ist für die Zufriedenheit unserer Kinder. Das Glück kommt nicht erst, wenn alles andere perfekt ist, sondern es passiert einfach, wenn wir Dinge in unser Leben einladen, die uns glücklich machen - Wenn wir uns dem Leben anvertrauen, ihm mit Offenheit und Neugierde begegnen. Meine Kinder lehren mich genau das: Zu Vertrauen, offen und neugierig zu sein für alles, was kommt.

Wenn ich merke, dass ich nicht weiß, was ich zuerst tun soll, einen Tunnelblick bekomme oder ich mich selbst verliere, ist es höchste Zeit, für mich selbst zu sorgen: Egal, ob ich für ein paar Sonnengrüße uf die Matte zu schwinge oder mir ein paar Me-Momente in einem netten Café gönne. Zeit für mich ganz allein muss sein.

Eine kurze Übung für Entspannung und neue Energie 

Setze dich aufrecht und bequem hin, schließe deine Augen und lege deine Hände auf den Bauch. Atme für einige Minuten ganz tief in den Bauch hinein. Spüre dabei, wie deine Schultern immer mehr entspannen und nach unten sinken. Lasse deine Gesichtszüge locker, besonders der Punkt zwischen den Augenbrauen, das innere Auge und Punkt der Intuition. Dieser ist besonders wichtig für uns Mamas!

Stay tuned & soulful*

Sarah