Reisen mit Kleinkind - Wie du dein Om behältst

Familie am Strand

Endlich geht's in die Ferien!

Kennst Du dieses Szenario? Du hast zwei Tage lang Koffer für drei Personen gepackt, diese dann eine Stunde lang Tetris-artig in den Kofferraum geschlichtet. Nachdem die Kinder ihre Globuli gegen Reiseübelkeit bekommen haben, kann es endlich los gehen, doch gerade auf der Autobahn angekommen, steht man auch schon im Stau. Die Laune sinkt, vor allem auf den hinteren Plätzen. Also Zwischenstopp an der nächsten Raststätte. Nachdem diese gerade wieder verlassen wurde, quengelt einer der kleinen Mitfahrer „Er müsste jetzt dringend mal zur Toilette“. Da hat die Reise gerade erst begonnen, und am liebsten möchte man gleich wieder umkehren. Oder wie mein Freund letztens so schön sagte:

"Urlaub mit Kleinkind ist Alltag woanders."
Wie schaffe ich es nun,  „ganz om“ zu bleiben,  in Urlaubsstimmung zu kommen und das „Woanderssein“ auch zu genießen? Ich habe ein paar Tipps für Euch die mir persönlich weitergeholfen haben:

resien mit kind - Gute Vorbereitung ist alles!

Es ist wie immer im Leben: Wenn Du Dich für alle Eventualitäten gewappnet hast, dann hauen Dich die Überraschungen, die das Leben nun mal parat hält, nicht so um. Stattdessen kannst Du ihnen müde-lächelnd begegnen. Denn ja, Du hast daran gedacht die Moon-Boots im Mai mit nach Italien zu nehmen. Aber noch mal im Ernst: Je besser vorbereitet Du etwas angehst, desto mehr Energie kannst Du auf die schönen Dinge des Lebens verwenden.
Das geht bei der Urlaubsplanung los und beim Packen weiter. Ich habe bei der ersten Reise mit Kind und Hund eine Checkliste angelegt, die ich regelmäßig überarbeite. So muss ich bei jeder Reise nur einfach die Liste abarbeiten, abhaken, fertig. Ich kann sicher sein, dass ich an alles gedacht habe und stelle nicht panisch am Urlaubsort fest, dass ich kein einziges Paar Socken dabei habe.

Vorher bereits die vorhandene Infrastruktur am Reiseziel abzuchecken, macht auch Sinn. Wo gibt es Schwimmbäder, Restaurants, Spielplätze oder andere spezielle Einrichtungen für Familien? Soll es ein exotisches Ferienland sein, müssen die (wirklich!) notwendigen Impfungen rechtzeitig durchgeführt werden oder vielleicht noch Ausweispapiere beantragt werden. Was gibt es vor Ort nicht und muss auf jeden Fall in den Koffer?

Kleinkinder kann man gut mit Geschichten, Erzählungen und entsprechenden passenden Bildern auf die Reise vorbereiten. So werden die Kleinen nicht überrascht und können sich schon mal auf das Meer oder die Berge freuen.

 Familienurlaub

Familienurlaub

Bleib Deinem Urlaubstyp treu!

Urlaub hieß für Dich bisher durch Marokko zu trampen? Du hast Dich durch den südostasiatischen Dschungel geschlagen? Oder liebst Du es jedes Jahr mit Deinem Wohnmobil auf Deinen Stamm-Campingplatz nach Kroatien zu fahren? Soll es vielleicht ein Familienurlaub mit den Schwiegereltern werden? Oder doch lieber Segeln an der Nordsee?
Egal wie Du vor Deinen Kindern Urlaub gemacht hast, bleibe Dir und Deinen Urlaubswünschen auf jeden Fall treu! Keiner der Mitreisenden hat etwas davon, wenn Mama oder Papa mit dem gewählten Ziel unglücklich sind. Wenn Du bisher eher der Typ Weltenbummler warst, dann muss das Leben als Familienoberhaupt nicht heißen, dass Du ab jetzt nur noch an die italienische Adria reisen kannst. Auch weitentferntere Reiseziele lassen sich mit Kind ansteuern. Wichtig ist Deine eigene Einstellung dazu. Wenn es für Dich möglich ist, einem Langstreckenflug mit Kleinkind gelassen entgegen zu sehen und Deine Vorbereitung (Siehe Tipp Nr. 1) stimmt, dann widerspricht dem nichts.
Lass ́ Dich nicht entmutigen - Kinder sind tolle Reisepartner. Zudem werden Familien mit Kinderhäufig, z.B. im Flugzeug bevorzugt behandelt und in vielen Ländern werden die Kleinen sehr geschätzt und verwöhnt. Kinder genießen es ebenso wie wir Neues zu entdecken, wenn auch das Tempo ein anderes ist. Versuche häufiges Umsteigen und lange Transfers zu vermeiden. Lege lieber Zwischenstopps auf langen Strecken ein. Rechne damit, dass Dein Kind von den vielen Eindrücken und Strapazen der Reise erschöpft sein kann und plane genügend Erholungszeiten. -Wobei wir direkt beim nächsten Punkt wären:

Vereinbare Erholungspausen!

Eingangs habe ich es schon erwähnt: Nach unserem letzten Urlaub mit Kind waren wir etwas enttäuscht, denn ich hatte mir mehr Erholung gewünscht. Also musste ein Plan her, wie wir  unserem Wunsch nach Erholung nachkommen konnten. Nichts leichter als das! Denn im Urlaub gibt es meist keinen Elternteil der zur Arbeit muss, so dass man sich in der Kinderbetreuung herrlich abwechseln kann.

Es profitieren alle Beteiligten, wenn vorher schon klar vereinbart wurde, wo es Pausen für Mama und Papa geben kann.
So kann Mama mal morgens am Strand laufen gehen, Papa am nachmittag Mountainbiken. Mama nachmittags ins Spa und Papa abends zum Yoga. Oder andersherum. So integrierst Du Urlaubsstimmung und Erholung in den Familienurlaub und alle sind happy!

 Am Strand spielen

Am Strand spielen

betrachte es yogisch! Take it as it comes

Auch ein Urlaub kann in die Hose gehen, zum Beispiel wenn ein Kind im Urlaub krank wird. Da hilft eine yogische Einstellung zu den Unwägbarkeiten des Alltags.
Und was hilft uns, wieder in Verbindung mit uns selbst zu kommen? Genau, der Atem.

Hat sich der Nachwuchs also gerade nach drei Slush-Eis in den Pool übergegeben - tief durchatmen. Es gibt Schlimmeres! Deine Schwiegereltern bestehen auf einen gemeinsamen Urlaub, aber Du sehnst Dich nach einer einsamen Insel? Tief ein- und wieder ausatmen und vielleicht einen Kompromiss eingehen. Ist doch wunderbar, die Kinderbetreuung ist bereits gesichert! Befreie Dich von den Vorstellungen und Plänen, die Du gemacht hast und halte nicht an ihnen fest.

Übe „Aparigraha“ - das Nicht-Angehaftet-sein und lass ́ Dich auf die neuen Situationen ein anstatt Dich ihnen entgegen zu stellen.
Verbinde Dich mit Deinem Atem um so den unerschütterlichen Ruhepol in Dir zu finden - gerade auf Reisen ist es wichtig den Weg zu diesem Ort zu kennen.

Wenn Yogis reisen

Mein letzter Tipp ist für alle Yogis unter Euch: Wenn Du Dich für Ayurveda interessierst, weißt Du vielleicht, dass durch Reisen das Vata Dosha erhöht wird.
Du wirst aus Deinem üblichen Tagesablauf herausgerissen, bist aufgeregt und unruhig. Und dies betrifft natürlich auch unsere Kinder. Ds zeigt sich auch daran, dass sieim Urlaub häufig viel länger wach bleiben, als zu Hause. Um diesen Überschuss an Vata auszugleichen, solltest Du für Erdung sorgen.
Das kann eine beruhigende Yogapraxis sein, mit vielen sitzenden Hüftöffnern und Yin Yoga Haltungen. Yoga Nidra, Meditation oder Massagen, gemeinsame Kuschelzeit erden ebenfalls, sowie bewusste Ruhepausen. Bei Rundreisen solltest Du also immer genügend Raum für Phasen der Erdung einplanen, das wird vor allem den kleinen Reisenden gut tun.

Yogapraxis on the go - zwei Kleine Yogaübungen für Zwischendurch

Um Dich zu erden, könntest Du folgende Übung zur Atemwahrnehmung kombiniert mit einem Hüftöffner ausprobieren:
Komme dafür in Rückenlage und lege Deine Fußsohlen aneinander. Lasse Deine Knie auseinanderfallen. Lege Deine Hände auf den unteren Bauch. Nimm Dir ein paar Momente Zeit, um die Haltung wahrzunehmen und vielleicht noch etwas zu verändern - zum Beispiel die Entfernung der Füße zum Beckenboden.

Atme nun tief in den Bauch ein, so dass Du wahrnehmen kannst wie sich Deine Handflächen auf Deiner Bauchdecke heben und senken. Atme tief und voll durch die Nase ein - den Ausatem kannst Du wahlweise auch durch den leicht geöffneten Mund ausfließen lassen.
Bleibe hier für mindestens 5 Minuten - gerne länger. Auch Kinder ab ca. fünf  Jahren könnten diese Atemübung schon mitmachen.

Eine weitere Atemübung, die zwangsläufig zu guter Laune führt, gleichzeitig auch gegen Kopfschmerzen und Anspannung hilft, ist der "Brüllende Löwe":
Komme in einen bequemen Sitz. Atme tief ein und blicke nun Richtung Bauchnabel. Hebe anschließend den Kopf und strecke dabei die Zunge heraus und öffne die Augen weit. Gebe Deinem Ausatem einen lauten „Ha-Laut“. Diese Übung kannst Du 5 mal hintereinander üben und anschließend nachspüren.

 Kleine Yogapause

Kleine Yogapause

entspannt reisen mit unterstützung von ganesha

Jetzt wünsche ich Dir eine erfolgreiche Urlaubsplanung, eine entspannte Reise mit vielen schönen Eindrücken und Raum zum Genießen und Träumen. Hinduisten rufen traditionell vor einer Reise den dickbäuchigen, gemütlichen Gott mit dem Elefantenkopf - Ganesha - an und bitten ihn darum, das die Reise erfolgreich und sicher ablaufen möge. In diesem Sinne: „Om Gam Ganapataye Namah"

 Antje Wenzlau von Karma Mama

Antje Wenzlau von Karma Mama

Antje ist Yogaschülerin, Yogalehrerin, Mama eines kleinen Sohnes und lebt mit ihrem Freund und Hund in Nürnberg.
Ihr Blog- und Herzensprojekt Karma-Mama ist allen Yogamamas gewidmet. Dort geht um ́s MAMA-sein, YOGI-sein & Glücklich-sein!

Mehr über Antje erfährst Du auf www.karma-mama.de oder auf Facebook und Instagram