Kind krank, was nun? 5 Tipps gegen Kranke-Kinderblues

Gestern Nacht höre ich aus dem Kinderzimmer ein gefährliches Husten, was mich aus meinen süßen Träumen reißt. Als Leicht-Schlaf trainierte Mama liege ich sofort auf der Lauer: „Muss ich zur Hilfe eilen oder kann ich mich wieder umdrehen?“ Im Zweifelsfall steigert sich das Hustenszenario in der Intensität. Spätestens wenn es durch das ganze Haus „Mama“ schallt stolpere ich schlaftrunken die Treppe hinunter. Nicht, dass auch noch das Schulkind wach wird! Im Kinderzimmer angekommen, verlangt der nach Luft japsende Hustenbold seine Wasserflasche. Die Nase ist komplett zu und die Stirn ist heiß. Schnell suche ich das Fieberthermometer, das fiebersenkende Mittel, die Nasentropfen und den Hustenstiller. Wie üblich, will das Kind weder die bittere Medizin noch weiter im eigenen Bettchen schlafen. Leicht torkelnd schleppe ich mich mit dem schutzsuchenden Kerlchen und seinem Bettzeug, Trinkflasche und Medizin jonglierend, die Treppe zum Elternschlafzimmer hinauf. Das ausgebuffte Medizin-Einflös-Manöver weckt auch den Papa. Vierhändig versuchen wir nun, dem Kind die Medizin einzuverleiben.

Während Vater und Sohn dann endlich wieder friedlich schlummern, bin ich hellwach, denn ich versuche eine Lösung für den Morgigen Tag zu finden. Da keine Oma in Reichweite ist, schicke ich schon mal Nachrichten an unsere Babysitter und an potentielle Vertretungslehrer, die meine Yogaklassen übernehmen könnten. Gerädert wache ich am nächsten Morgen auf und blicke auf mein Handy: Niemand kann so kurzfristig einspringen! Der vielbeschäftigte Papa hat wichtige Termine, die er nicht absagen kann. Nun muss ich jedem einzelnen Kursteilnehmer absagen.

Statt ins Yogastudio geht es dann zur überfüllten Kinderärztin. Wie immer, verordnet sie der kleinen Schnupfnase eine Woche Zuhause zu bleiben und ich muss sehen, wie ich all meine Termine verschoben oder abgesagt kriege. In jedem Fall ist ein krankes Kind eine reine Nervensache: entweder ist es so krank, dass es sehr viel Zuwendung braucht oder es hüpft bereits am zweiten Tag munter in der Gegend herum und ist kaum noch zu bändigen.

Um den Kopf nicht hängen zu lassen, habe ich ein paar Tricks, die schnell das eigene Wohlbefinden und die Laune steigern:

Meine Top 5 gegen Kranke-Kinderblues

1. Den Zustand annehmen wie er ist

Anstatt mich darüber aufzuregen, was alles liegen bleibt, kuschle ich mich zum kranken Kind und lese Bücher vor. Im Yoga nennen wir das „satya“ – zufrieden sein, mit dem was ist.

2. Das Verwöhnaroma

Für einen Energiekick und ein stabileres Immunsystem bereite ich vitaminreiche Smoothies oder Juices zu. Heiße Tees und Ingwerwasser in Abwechslung mit Zwiebel-Honigsud sind mein altbewährtes Zaubermittel.


3. Me-Momente

Wenn man Tag und Nacht im Einsatz ist, braucht man auch selbst kleine Pausen. Wenn das Kind versorgt ist, einen Film schaut oder schläft ist vielleicht der Moment für ein Bad oder eine ausgedehnte Dusche gekommen. Für einen belebenden Effekt nehme ich gerne ein paar Tropfen ätherischer Öle, wie Zitrus. Wasser weckt bekanntlich die Lebensgeister.

4. Tempo raus

Manchmal ist es gar nicht schlecht, ein bisschen das Tempo aus dem Leben zu nehmen und die eigenen Ansprüche herabzuschrauben. Wenn mal die Beantwortung der Emails oder die Wäsche etwas warten müssen, ist das auch ok. Aufmunternd wirkt es auch, sich etwas Schönes vornehmen für die Zeit, wenn das Kind wieder gesund ist. Vorfreude ist die schönste Freude.

5. Lebensfreude statt Selbstmitleid

An solchen Krankheitstagen weiß ich manchmal nicht, wo mir der Kopf steht: die To Do Liste quillt über, Termine und Deadlines, müssen verschoben werden, die Steuer ist überfällig - das Kind wird sowieso immer zum falschen Zeitpunkt krank. Yoga ist meine Rettung! Sobald ich meine Tagesschicht als Krankenschwester absolviert habe und der Papa die Kids übernimmt, verlasse ich fröhlich das Haus. Auf geht's zum Durchatmen in die Yogastunde! In diesen Zeiten, in denen Tage und Nächte eine Herausforderung sind, mache ich am Liebsten Restauratives oder Yin Yoga. Damit kommt das Nervengeflecht wieder zur Ruhe.